Fototipps - Tolle Digitaltechnik

Wenn es um digitale Fototechnik geht, darf man natürlich die Kameraklasse ab ca 700 Euro nicht außer acht lassen. Es ist die Technik, die bei einer Bildauflösung in der Kompaktklasse bei ca 5-6 Megapixel beginnt, bis zur Spiegelreflexkamera (SLR). Sie ist für den anspruchsvollen Amateur, dem Semi-Profi oder dem Profi-Bereich vorgesehen.
Die hochwertigen Kompaktkameras erkennt man neben dem Preis daran, dass sie äußerlich eher einer Spiegelreflexkamera ähneln, aber keine sind. Im Sucher befindet sich ein Miniaturmonitor, der das Bild der Optik zeigt. Diese Ansicht ist als einziges etwas gewöhnungsbedürftig.

Am Beispiel einer der besten Kameras dieser Klasse möchte ich auf einige Besonderheiten hinweisen. Seit mehr als einem Jahr (etwa 2004) ist die Sony Cyber Shot DSC F828 auf Platz 1. Ihre Bildauflösung bringt maximal 8 Mill Pixel auf einem Chip im Seitenverhältnis 3:4 (etwa wie Paßbild). Das Kleinbildformat ist im Verhältnis 2:3, so wie eine Postkarte 10 x 15 cm. Das ist beim Fotografieren zu beachten, weil entweder bei Vergrößerungen auf Postkarte Teile des Bildes in der Breite verschwinden, in der Höhe weiße Ränder hinzukommen oder schlimmstenfalls das Bild verzerrt wird, wenn man alles auf das Format quetschen will.
Die Programmausstattung unterscheidet sich kaum von der digitalen SLR. In dieser Kameraklasse ist der Monitor schwenkbar, entweder als Einzelteil oder wie bei der Sony, wo der ganze Kamerakörper am Objektiv gedreht werden kann. Das vereinfacht Nahaufnahmen am Boden. Eine Akkuladung reicht für gut 3 Stunden und die Restzeit wir immer angezeigt. Die Kamera ist extrem leise. Es gibt nur den Zentralverschluß, keine weitere Mechanik, die Geräusche verursacht. Das Menü ist entweder im Sucher oder auf einem sehr guten Bildschirm gut zu sehen.
Die Sony arbeitet mit 2 verschiedenen Speicherkarten, dem Sony-eigenen Memory Stick und der verbreiteten Compactflash. Durch Umschalten kann man beide Systeme verwenden. Des weiteren bietet die Kamera eine Brennweite von 28-200 mm, einen internen Blitz und Nightshot Funktion (Arbeit im Infrarot-Bereich). Verwendet wird der neueste 4-Farb Sensor (CCD). Die Besonderheit ist, dass sich der Kamerakörper drehen läßt. Das erleichtert Fotos bei Nahaufnahmen im Bodenbereich oder Fotos über Kopf. Das positive an dieser Konstruktionist, dass sich die Bedienelemente mit dem Monitor mitdrehen.

Neben dieser Klasse gibt es von allen großen Kameramarken digitale Spiegelreflexkameras. Sie beginnen in der Preisklasse dort, wo die kompakten Kameras aufhören, bei ca 1000 Euro aufwärts. In der Regel wurde ein analoges Kameragehäuse verwendet, um das digital auszustatten. Selbst Fremdfirmen wie Fuji verwenden das Kameragehäuse der Nikon F80 als Basis für ihre eigene Digitalkamera. Wer sich einmal für eine analoge Kameramarke entschieden hat und auf digitale Technik umschwenkt, kann bei Markentreue alle vorhandenen Objektive digital weiter nutzen. Er braucht nur das digitale Kameragehäuse und eventuell ein Standardzoom. Ein riesen Vorteil. Man muß nur folgendes beachten. Der Kamerasensor ist wesentlich kleiner als das Kleinbildformat. Er hat nur eine Größe von etwa 17 x 23 mm und nutzt damit nur eine Filmfläche von ca 45% der Negativgröße. Die Folge ist, dass sich die Brennweite aller Objektive visuell verlängert. Meist geschieht dies im Faktor 1,5. Ein Objektiv von 28 mm bringt dann "nur" 42 mm. Dafür hat man Vorteile im Telebereich. Aus einem 200 mm Objektiv wird dann ein 300 mm Objektiv. Die Objektivhersteller haben sich aber darauf eingestellt und bieten entsprechende Weitwinkelobjektive an.
Der entscheidende Vorteil ist der verzögerungsfreie Verschluß der Kamera beim Druck auf den Auslöser. Zudem kann man Serienaufnahmen von etwa 6 Bildern und mehr machen, ehe die Speicherzeit den Fotodrang bremst. Der im Vergleich zu den anderen Kameras relativ große Bildsensor sorgt für eine sehr gute Bildqualität und eine geringe Neigung zum "Rauschen", dem Farbflimmern unter schlechten Lichtbedingungen.

Eine Warnung möchte ich hier jedem in guter Absicht aussprehen. Neugier wird gnadenlos bestraft. Wer seinen CCD in der Spiegelreflexkamera einmal sehen möchte , kann sich gleich einen Termin für die Reinigung des selben beim Service holen. Das große und ungelöste Problem aller digitalen SLR-Kameras ist das offene System in der Kamera. Das bedeutet, dass durch Objektivwechsel und neugieriges Betrachten des Sensors hinter dem Verschluß unweigerlich Staub in den Innenraum gelangt, der so lange durch die Spiegel- und Verschlußbewegung herumgewirbelt wird, bis er auf dem CCD sitzt. Damit ist das Staubkorn ,so klein es auch sein mag, bei jedem weiteren Foto auf dem Bild. Man kann durch die Bildbearbeitung diesen Mangel wieder beseitigen, aber nur durch viel Mühe und Zeit und immer nur Bild für Bild. Mein Rat ist deshalb, der Kamera ein Objektiv zu verpassen, das einen Objektivwechsel weitestgehen unnötig macht. Bestens geeignet ist dafür ein Zoom im Bereich von 18-200 mm. Das einzige, was man versuchen kann, ist das Wegblasen einer größen Fussel mit einem Blasebalg. Alle anderen Verschmutzungen bekommt man im Guten nicht herunter. Der Sensor ist zu klein, und zu schwer erreichbar durch seine Lage hinter dem Spiegel, dass sie den CCD nur großflächig treffen. Viele berücksichtigen weiter nicht, dass das Bild in der Kamera auf dem Kopf steht. Alle angebotenen Hilfsmittel nützen nur dem Hersteller, nicht der Sache. Gefährlich ist es auch deshalb, weil die Hersteller keine Wartungsfunktion in die Grundausstattung der Elektronik eingebaut haben. Dazu ein rechnerisches Beispiel: ein CCD in der üblichgen Größe hat eine Fläche von ca 400 mm². Bei zum Beispiel 5 Mio Pixeln haben sie auf einem 1 mm² 12.500 Pixel. Wie wollen sie da einen störenden Punkt treffen und entfernen, der eine Größe von vielleicht 500 Pixeln hat ? Sie können mir glauben - einen dunken Punkt in der Größe sehen sie auf dem Bild, vor allem wenn es vergrößert ist . Sie sehen ihn aber nicht auf dem tief in der Kamera liegenden CCD. Und wenn es Ihnen gelingen sollte, im zigten Versuch den Fleck zu beseitigen, haben Sie in der gleichen Zeit 15 neue und mehr auf dem CCD.

Sie wundern sich vielleicht, dass ich so entschieden gegen jeden Selbstversuch spreche - es ist ganz einfach. Ich weiß, dass ein neue CCD für die Nikon D100 schlappe 973.47 Euro Netto kostet (2004). Dazu der Verschluß für 68,57 Euro Netto + Arbeitslohn+Umsatzsteuer - Summasummarum mehr als 1.400.00 Euro. Ich wollte es nicht wahrhaben und habe den Kostenvoranschlag angezweifelt, bis mir Nikon per Email ein Foto von meinem beschädigten CCD geschickt hatte.

Was war passiert. 2 mal hat die Selbstreinigung geklappt. Genau im Urlaub in den Alpen habe ich einige Verschmutzungen auf dem CCD festgestellt, nachdem ich die Bilder am Abend auf dem Laptop angesehen hatte. Ich hatte zur Sicherheit alles mit und begann damit .Die ersten Versuche mit den jeweiligen Testfotos gingen daneben und bei einem der nächsten Versuche rutsche ich vom Auslöser ab. Der Verschluß knallte beim Reinigen zu und beschädigte den Sensor, der Spiegel schlug nach unten und hakte dabei aus - das war´s dann.

Wer also mir nicht glaubt, soll es weiter versuchen. Meine Empfehlung ist aber, die Kamera regelmäßig oder bei Notwendigkeit zum zuständigen Kamera-Service zu schicken und reingen zu lassen. Das kostet mit Versand etwa 35 Euro und die Kamera fehlt etwa 2 Wochen. Eine Schlußfolgerung war für mich eine Zweitkamera zu kaufen, bei der der Sensor theoretisch nicht verschmutzen kann, weil ich kein Objektiv wechseln kann. So kam ich zu der oben gezeigten Sony DSC F828.

Wer also einmal sehen will, wie so ein CCD aussieht - bitte schön, hier ist er. Sie sehen sogar mehr, als üblich, weil er ausgebaut ist. Sie sehen, dass der Chip nicht allein existiert, sondern mit der Leiterplatte und alle Prozessoren bestückt ist. In der Kamera ist nur ein Teil des dunkelgrünen Feldes zu sehen. Die genutzte Fläche beträgt bei der D 200 - 23,6 x 15,8 mm, bei der D100 - 23,7 x 15,6 mm. Der Rest ist hinter dem Verschluß. Zu sehen ist auch der Schaden, der den Austausch notwendig machte. Rechts die Rückseite des gleichen Teils. Unten der Chip einmal flachgelegt und einmal im Vergleich zum Kleinbildnegativ.

 


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