Fototipps - Neuigkeiten 2006

Es gibt kein Jahr, in dem die Entwicklung nicht weiter voranschreitet. Den Siegeszug der digitalen Fotografie erkennt man schon daran, dass namhafte Kamerahersteller verkündet haben, die Produktion und Weiterentwicklung verschiedener analoger Kameratypen einzustellen. Gleichzeitig stellt man fest, dass die vorhandene Typen im Laden äußerst preiswert zu haben sind, meist schon komplett mit Objektiv. Andereseits geht die Entwicklung der digitalen Technik zu einer immer höheren Pixelzahl hin. Man sollte sich aber nicht zu spontanen und vermeintlich günstigen Käufen einiger Kompakt-Kameras hinreißen lassen. Wichtig ist, sich vorher zu informieren und zu vergleichen. Aktuelle Informationen und Kamerabewertungen findet man beispielsweise in der monatlichen Fotopresse. Eine Bestenliste ist dort oft zu finden.
Der Bildsensor (CCD), bei vielen Kameras nicht größer als ein Fingernagel verkraftet eine Steigerung der Megapixel in der Regel nur durch Einschränkungen in der Bildqualität (höhere Rauschanfälligkeit), in einer längeren Speicherdauer oder in einer längeren Auslöseverzögerung. Der Trend geht dahin, die CCD´s durch einen anderen Bautyp zu vergrößern. Miniaturisierung hat immer ihre technische Grenzen. Man sollte sich also vorher einige Bewertungen in der Presse ansehen, bevor man sich entscheidet.

2005 brachte Sony eine Weiterentwicklung seiner Spitzenkamera DSC-F828 auf den Markt. Die neue Sony DSC-R1 ist nicht ganz so elegant einsetzbar, wie die 828, aber sie besitzt einen beweglichen Bildschirm, der auf dem Sucher geparkt ist. Darüber hinaus verfügt die Kamera über einen 4 mal so großen Sensor mit rund 10 Megapixeln Bildauflösung. Die neue Kamera liegt in der Bewertung knapp hinter ihrem Vorgänger.
Ähnlich aussehende Varianten der sogenannten "Bridge-Kamera" ( Typenreihe zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera) haben mittlerweile alle Marken im Angebot. Auch Firmen, die keine traditionellen Kamerahersteller sind, ergänzen den digitalen Markt. Den Vogel abgeschossen hat wohl Nikon. Die mit viel Vorschußlorbeeren angekündigte Nikon D200 ist nun seit Ende Januar 2006 Stück für Stück lieferbar. Die Bewertung ist im allgemeinen positiv. Dass einzelne Fachprüfer immer noch etwas finden, sollte man nicht so tragisch nehmen. Meist sind es Details, die man nur im Ausnahmefall als Makel spüren wird. Mit dem dazu angebotenen Batteriegriff ist die Kamera noch universeller nutzbar. Man kann mit ihr nicht nur besser hochkant fotografieren, sondern über einen Batteriekorb kann man an Stelle der teuren Spezialakkus die Kamera auch mit 6 R6 Batterien/Akkus betreiben. Zu guterletzt gibt es fast zeitgleich zur Kamera ein neues Universalobjektiv mit Bildstabilisator, bei einer Brennweite von 18-200 mm (entspricht analogen 27 - 300 mm). Das Objektiv gibt es und gibt es auch wieder nicht. Die Nachfrage ist so groß, dass mancher wohl noch bis zum Jahresende warten muß, bis er es nutzen kann. Durch meine rechtzeitige Bestellung Anfang Dezember 2005 konnt ich mein Objektiv nach 4 Monaten in Empfang nehmen - fast wie zu alten Zeiten !. Auf die Nikon D200 hatte ich 2 Monate gewartet. Ein kleiner Kostenfaktor sei hier noch erwähnt. Alt bewährte Nikon-Blitze , wie das SB26 arbeiten nicht mehr mit der D200 zusammen. Man muß sich für eines der beiden neuen Blitze SB 600 oder SB 800 entscheiden. Eine interessante Ergänzung zum SB 800 ist das zusätzliche Battereifach. Bei der Verwendung von Akkus, die ja statt 1,5V nur 1,2 V Spannung bringen, fehlen insgesamt 1,2 Volt an der eingeplanten Spannung. Nikon hat nun ein Zusatzteil mitgeliefert, das an Stelle des Batteriefachs aufgeschoben wird und einen 5. Akku aufnehmen kann. Laut Herstellerangaben verkraftet der Profiblitz auch 5 Alkali-Zelle, statt 6 also auch 7,5 Volt für mehr Feuer und mehr Tempo beim Blitzen.

Seit dem 2. Halbjahr 2006 gibt es die abgespeckte Variante der D-200, die Nikon D-80.Sie hat die gleiche Auflösung von 10,3 Mio Pixeln, nur geringere Funktionen. Zum Jahresende 2006/Jahresbeginn 2007 ist die noch weiter vereinfachte Nikon D40 mit 6 Mio Pixeln angekündigt. Konika/Minolta hat die Kameraproduktion eingestellt. Übernommen wurde das System von Sony und es entstand die Sony Alpha 100. Sonst liefern sich die verbliebenen Kamerahersteller einen ständigen Wettstreit um Pixel und andere Parameter. Bezeichnend ist weiterhin, dass die Produktion vieler analoger SLR eingestellt wurde. Wer jetzt noch seinen analogen Technikpark aufrüsten will, bekommt ananloges Zubehör sehr günstig, so lange der Vorrat reicht !!

   


Der Schritt mit der Nikon D200 zeigt andererseits, dass es womöglich noch einige Zeit dauern wird, bis es Standard wird, einen sogenannten "Vollformat-Sensor" in den digitalen SLR einzusetzen. Der Verlängerungsfaktor für die Brennweite verrät es. Der Nikon-Sensor deckt nur etwa 43% der Fläche eines Keinbildnegativs ab. Daher auch der Verlängerungsfaktor von 1,5 auf die angegebene Objektivbrennweite. Der Faktor fällt erst weg, wenn der Sensor ein Format von 24 x 36 mm aufweist - anstelle der jetzigen 23,6 x 15,8 mm. Volles Format hat zur Zeit nur die Canon EOS1-Ds ( Preis 8.000 € ! ), allerdings sind es nur 12 Mio Pixel. Der Vollformat-Sensor ist die Perspektive, mit der zukünftig eine weitere Steigerung der Bildqualität möglich ist. Allerdings muß dann auch die Kamera noch bezahlbar sein.

Die letzten Zweifel kann man im Fotogeschäft oder im Fotostudio beseitigen. Wer es von den Inhabern ernst mit der Fotografie meint, steht gern mit einem Rat zur Seite.
Es sei mir verziehen, dass ich bei konkreten Angaben immer Bezug auf die Nikon oder Sony nehme. Man kann überzeugender über die Technik schreiben, die man selbst einsetzt.

Eine weitere Neuheit ist das Zigview. Das Zigview ist ein kleines Zusatzgerät, bestehend aus einer Minikamera und einem Kameramonitor und wird auf den Sucher einer Spiegelreflex-Kamera gesteckt, um als Alternative zu einem Winkelsucher Fotos aus ungünstigen Positionen zu machen. Das Zigview bildet auf dem Bildschirm das Sucherbild ab. Eine Weiterentwicklung ermöglicht sogar, die Kamera über längere Zeit im Intervall auszulösen. Es wird mit Ladegerät und Adapter für Canon und Nikon geliefert. Weitere Anschlüsse können bestellt werden. Mittlerweile gibt es 2 weitere Entwicklungsstufen dieses Zigview. Das Zigview-R und -S2. In der Zwischenzeit ist das Zigviev weiterentwickelt worden. Es kann immer mehr, wair dafür aber auch immer teurer. Für meine Zwecke reicht die Grundauststattung. Nutzen tue ich es selten.

Das Zigview Angesetzt auf dem Sucher Es ist um 360° drehbar.

Ein "Wahnsinnsklopper" an Teleobjektiv !  ( Herbst 2006 )

Wenn es dem Scheich zu wohl wird, dann bestellt er ein besonderes Teleobjektiv. Ein Wahnsinnsgerät. Im Fachbereich auch als Monster-Teleobjektiv bezeichnet. Es ist ein Einzelstück. Es wiegt die Kleinigkeit von 256 kg und daraus läßt sich ableiten, wieviel "Sklaven" man für den Transport und Bedienung benötigt. Eine angesetzte Mittelformatkamera vom Typ Hasselblad wirkt etwas verloren. Man sieht  vielleicht auf 1000 Meter den Schaum im Maul eines Rennkamels, aber sonst muß das Objekt schon ordentlich still halten, damit das Bild nicht verwackelt wird. Jeder Windhauch wird stören und die Kamera sollte man nur über Fernbedienung auslösen. Bei dem Gewicht eignet sich wohl eher die Lafette eines Fla-MG als solider Unterbau, denn ein übliches Stativ würde zusammenbrechen. Wenn dann noch die Luft flimmert, ist der teure "Spaß" gar nicht mehr brauchbar.  Es ist zwar technisch eine tolle Sache, eine Herausforderung an Konstruktion und Fertigung, aber ein Ding, das wohl keiner wirklicht braucht, außer... . Mache sich jeder selbst seinen Reim darauf. Über Geld spricht man nicht - aber die Summer dessen, was die Hasselblad kostet  ( ab 5.000 € aufwärts) zuzüglich digitale Rückwand - ist sicherlich ähnlich dem Größenverhältnis Kamera-Objektiv zur Summe des Objektivs. ein echtes Liebhaberstück. Ich möchte mal Fotos davon sehen !!.
Brennweite 1.700 mm bei Lichtstärke 1:4,  Vergräßerung 21-fach ,  Hersteller Carl Zeiss

   


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