Tops und Flops der Fototechnik der letzten Jahre- eine ganz persönliche Sicht

0. Obwohl man grundsätzlich optimistisch mit dem "Positiven" beginnen sollte, möchte ich mit dem größten "Flop" der Fototechnik der letzten Jahre beginnen. Dieser Flop stammt aus dem letzten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts. Vorab dazu kurz ein Blick zurück in die Fotogeschichte. Zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es neben der Fotoplatte auf Glas den Film auf Zelluloid. Das Material ließ sich Goodwin 1887 patentieren. 1888 brachte Kodak eine Rollfilmkamera auf den Markt die runde Bilder produzierte ( 100 je Film). Sie hatten einen Durchmesser von 63,5 mm, wofür man dann einen Rollfilm mit der Breite von 70 mm benötigte und herstellte. ( Eastman und Reichenbach.) 1897 kam für die erste Box-Kamera, die Kodak 1 mit einem rechteckigen Bild im Format 6 x 9 cm in den Handel. Das Seitenverhältnis beträgt 2:3, wie unsere Postkarte heute. Jahrzehnte später verkaufte die Firma AGFA 1932 die sogenannte Agfa-Box für den Rollfilm im Bildformat 6x9, eine einfache und preiswerte Kamera, die wesentlichen Anteil an der Verbreitung der Fotografie unter der gesamten Bevölkerung hatte ( für 4 "AGFA"-Mark ). In etwa der gleichen Zeit lebte das Genie Edison (1847-1931), der bekannt ist für viele bahnbrechende Erfindungen seiner Zeit ( über 1000 Patente) . Sein Assistent Dickson trennte um 1890 den 7 cm breiten Rollfilm in 2 gleiche Teile und stanzte in jeden so entstandenen Filmstreifen beidseitig kleine rechteckige Löcher hinein. Herausgekommen war der 35 mm Kinofilm mit Perforation, damit er gleichmäßig transportiert werden konnte. Der Zweck dieser Übung war, einen Film zu haben, der für die Aufnahme beweglicher Bilder geeignet war. So entstand der bekannte Film, den wir heute noch verwenden. Edison führte 1893 die ersten bewegten Bilder mit von ihm entwickelter Film- und Projektionstechnik unter Verwendung des 35 mm Films vor. Seit dem gab es in zunehmendem Maße "Kino".Oskar Barnack von der Filma Leitz in Wetzlar entwickelte 1912 die erste Kleinbildkamera für diesen 35 mm-Film, baute sozusagen alles nötiger um diesen Film herum, um ihn für die Fotografie zu nutzen. Er baute als erstes eine Filmpatrone für den 35 mm Film, in der man den Film transportieren kann, ohne ihn zu belichten und um die Sache noch perfekt zu machen, baute er für die Patrone und den Film auch noch eine Kamera rundherum. Es war damit die "Ur- Leica geboren, gleichzeitig die Filmpatrone und das bekannte Filmformat 24 x 36 mm, also das Seitenverhältnis 2:3, gleichzeitg auch Form und Länge des Kleinbildfilms von 1,7 Metern für 36 Bilder. Alle diese Maße und Größen dürften jedem bekannt vorkommen, denn sie gibt es heute immer noch.Sie stammen alle von der ersten gebauten Leica (Leitz Camerawerke). 1925 wurde die erste Serienfähige Leica auf der Leipziger Messe vorgestellt. Sie hatte ein versenkbares Objektiv, einen Schnittbildentfernungsmesser, der mit dem Objektiv gekoppelt war und Belichtungszeiten bis zur 1/1000. 10 Jahre später wurde die Produktionslizens an Russland verkauft. So arbeiteten im 2. Weltkrieg die Kriegsberichterstatter beider Seiten mit der gleichen Kamera - einerseite der deutschen Leica, die andere Seite mit der baugleichen Zorki.

Im Vergleich ein Modell der Leica - Vorkriegsproduktion links mit der Zorki- Nachkriegsproduktion, leicht verändert Leica

Zorki

   

Der Rollfilm reduzierte sich von 70 auf 65 mm und wurde ab 1909 mit einem Papierschutzstreufen versehen ( damals innen schwarz, außen rot mit dem Bildnummern für die Formate 6x9 cm,6x6 cm und 4,5x6 cm). Ihn gibt es heute noch genau so, wie den 35 mm Kino- und Kleinbildfilm. Das einmal als kleine Ausschweifung, warum einige Dinge heute noch so sind, wie sie sind.

1. Nun dachten sich nach mehr als 100 Jahren einige Leute, dass hier langsam was Neues angeboten werden muß, dass nun endlich diese alte Erfindung ablöst, in den Müll schiebt und neben neuen Filmen und Filmformaten natürlich auch neue Fototechnik nötig ist. Man erfand das "Fortschrittliche Fotosystem", natürlich in Englisch- "advanced photo system". Es ist allen Fotofreunden unter der Abkürzung "APS" bekannt. Wenn sich heute kaum noch einer daran erinnert, so liegt das daran, dass der eigensinnige Kunde die Idee nicht so toll eingeschätzt hat, wie seine Erfinder. Der Kunde ist nun mal der unsicherse Faktor im System. Er ließ sich nicht davon abbringen, den alten 35 mm Film weiter zu nutzen. Alle Hersteller waren mehr oder weniger genötigt, für den neuen Film und die Filmpatrone neue Kameras zu entwickeln. Noch schlimmer traf es die Großlabore, die sich aufwendig auf die neue Technik mit eigener neuen Entwicklungstechnik einstellen mußten, die wohl nie die großen Investitionen einspielten. Das einzig Positive an dem ganzen System, von dem dann alle profitierten, ist der sogenannte Photoindex, das kleine Blatt mit allen Miniaturen, die auf dem Film sind. Früher mußten wir aufwendig Kontaktabzüge machen, der Photoindex liefert das gleiche Ergebnis bei der Entwicklung gleich mit. Grund dafür war, dass der neue APS-Film nicht wie vorher in Filmstreifen zum Ansehen geliefert wurde, sonder in der vorhandenen Filmpatrone verpackt bleibt. Der Hauptnachteil des APS-Films ist seine Größe und die sperrige Lagerung in der Filmpatrone. Das Negativ hat nur eine maximale Höhe von 17 mm im Vergleich zu 24 mm beim üblichen Kleinbildfilm. Es schränkt natürlich erheblich die Möglichkeit ein, große Bilder herzustellen. Der Film ist ja von der Emulsion der gleiche. In Formaten bis 18 x 24cm spielt die geringere Größe eine untergeordnete Rolle, aber größer hatte wenig Sinn. Trotz Indexprint ist die Möglichkeit, das Negativ nicht betrachten zu können, ein gewöhnungsbedürftiger Umstand. Dazu sind alle Partonen von außen gleich und der Platzbedarf für die Filmpatronen größer, eine Archivierung schwieriger.Den Film gibt es in 3 Längen mit 15, 25 und 40 Bildern. Dazu braucht man neue Kameras. Die Möglichkeit, bei einer Havarie den Film zu entfernen, ist nahezu ausgeschlossen. Kameras wurden von allen Herstellern in erster Linie im Kompact-Kamera-Bereich hergestellt. Ich habe natürlich auch eine kleine Kamera, um das System auszuprobieren. Man kann in 3 Formaten fotografieren, im 2x3 Format, im 3x4 Format und im Panorama-Format. Die unterschiedlichen Kosten für die Bilder, die schlechtere Qualität der Bilder bei Vergrößerungen über A4 und der Platzbedarf für die Filmpatronen haben dazu geführt, dass die Kamera nun meine kleine Techniksammlung vervollständigt.

Die Bilderrahmenindustrie hatte sich überhaupt nicht auf die neuen Bildgrößen eingestellt, so dass die meisten APS-Fotos vor dem Einrahmen mit der Schere behandelt werden mußten.

APS, 35 mm Kleinbild, 65 mm Rollfilm CCD der D100, APS-,Kleinbild-,Rollfilm APS und Kleinbild im Vergleich
     
     

Zudem wurde die weitere Entwicklung des Systems vom Beginn der digitalen Fotografie gestopt und mit Schwung überholt.

 

2. Der nächste Flop, der die Entwicklungsstufe nicht überschritten hatte, war ein digitaler Einsatz für die analoge Kamera, der so genannt "e film". Das war im 2001. Eigentlich eine gute Idee, nur ich unterstelle einmal, dass es dem Einsatz so ging, wie dem Streichholz, das man immer wieder verwenden konnte. Das Patent hatte damals die Streichholzindustrie aufgekauft und im Tresor verschwinden lassen. Der Einsatz sah aus wie eine verlängerte Filmpatrone. Er wurde in die Kamera gelegt, der Sensor lag dabei genau im Filmfenster und bei jedem Auslösen wurde ein digitales Bild belichtet. Gut, man konnte das Bild nicht betrachten und vieles andere, woran wir uns heute gewöhnt haben, war da auch nicht möglich, aber die Idee war schon interessant. Mittlerweile ist die digitale Technik und die dazugehörenden Kameras nicht mehr wegzudenken. Ich habe einmal nachempfunden, wie der Einsatz etwa von vorn aussah. Die Auflösung war natürlich nicht mit der heutigen Qualität vergleichbar. Der Sensor brachte "nur" 1,3 Megapixel. Da hat heute jedes Fotohandy mehr, aber das hätte sich auch heute geändert, wäre das System in den Handel gekommen. Auch der Systempreis von 2000 DM war damals happig, aber es war ebend 2001.

So etwa hätte das Teil von vorn ausgesehen, nur mit kleinerem CCD So sollte das Teil mit Zubehör in den Handel kommen Hier in Kombination mit einer Nikon F90
     

 

 

3. Nun zum Positiven. Die eigentliche Revolution in der Fotografie brachte die digitale Technik. In der Zwischenzeit ist sie so weit entwickelt, dass sie die gleiche Qualität wie das Kleinbildnegativ bei nur halber Größe des CCD im Vergleich zum Kleinbildnegativ erbringen. Man geht davon aus, dass ein Kleinbildnegativ von 24 x 36 mm umgerechnet etwa 12 Mio Pixeln entspricht. Diese Leistung bringt zum Beispiel auch die erste Vollformat-Kamera von Canon. Andererseits bringen die CCD, die meist nur eine größe von etwa 15,.. x 23,.. mm haben und bei 45% der Negativfläche des Kleinbilds liegen,mittlerweile auch 10-12 Mio Pixel ( Bildpunkte) erbringen. Das ist ein Grad der Miniaturisierung, der kaum noch vorstellbar ist. Man soll sich also damit begnügen, dass es funktioniert. Die Größe der Bildpunkte ,die zu 50% in Grün und je 25% Blau und Rot auf der Fläche verteilt sind, ist vergleichbar mit der Größe der Filmkörnung. Sony unterteilt das Grün noch einmal zur Hälfte in Smaragdgrün und Grün für eine verbesserte Farbqualität ( 4 Color Super HAD CCD ).

Im Unterschied zur analogen Fotografie kaufen Sie digital immer ein Komplettsystem. Darin besteht eine gewisse Gefahr. Analog besteht das System immer aus der Kamera, dem Objektiv und dem Film Ihrer Wahl, digital ist alles in einem Gerät komplett verbaut (außer die SLR), sie benötigen nur noch die vorgesehene Speicherkarten, die sie immer wieder verwenden können. Die Auswahl der digitalen Kamera erfordert daher eine intensivere Kaufvorbereitung, um die richtige Entscheidung zu treffen. Wer das zu leicht nimmt, kann auch mal danebengreifen und dann hat man den Schaden. Weiter möchte ich nicht auf die Digitaltechnik eingehen, weil sie schon ausführlich in den Fototips davor behandelt wurde. Die wichtigsten Kriterein für hervorragende Bilder sind ein Top Objektiv,ein hervorragender Bildwandle und eine gute Elektronik. Je kleiner der CCD und je höher die Pixel-Zahl auf die Größe bezogen, um so größer die Gefahr des Rauschen, einem Farbflimmern wie bei einer Übersteuerung. Den gleichen negativen Effekt erhält man, je höher man die Empfindlichkeit nach ISO einstellt. Je billiger die Elektronik, um so größer die Auslöseverzögerung und um so langsamer die Speicherzeit. Daher ist die richtige Wahl der Kamera von entscheidender Bedeutung, wie groß hinterher die Freude an der digitalen Fotografie ist.

Ein Top-Arbeitsgerät ist zum Beispiel die Nikon D200 mit stabilisierten Objektiv Nikkor 18-200 und Batteriegriff

 

4. Ein neues Highlight in der Fotoentwickling sind elektronische Bildstabilisatoren im Objektiv oder in der Kamera selbst. Sie sorgen dafür, dass kleine "Verwackler" ausgeglichen werden können. Man kann somit 3-4 Blend- oder Belichtungsstufen länger "frei Hand" fotografieren, als ohne . Man kommt also auch länger ohne Stativ aus. Das ist auch nötig, denn das, was heute an Stativen angeboten wird, ist für mich mehr Flop als Top. Der Trend geht sogar dahin, nicht das Objektiv sondern den CCD in der Kamera mit einem Stabilisator auszustatten und es schließt Compakt-Kameras mit ein. Wichtig ist nur, dass es durch den Stabilisator zu keine spürbaren Auslöseverzögerung kommt.

5. Eine tolle Idee ist das "Zigview" Es ist ein kleines Gerät, das ähnlich wie ein Winkelsucher funktioniert und auf das Okular geschoben wird. Es besteht aus einer Minikamera und einem Kamerabildschirm. Im Gegensatz zum Winkelsucher kann man noch leichter aus schwierigen Kamerapositionen fotografieren, weil man das Sucherbild gut sieht . Das Gerät hat viele Einstellfunktionen, Akku mit Ladegerät und kann über Adapter für alle Kameratypen verwendet werden. Es passt natürlich auch an analoge Kameras, auch an die im Mittelformat, z.B. Mamiya.

     

6. Der Digital-Projektor : Man kennt es ja von früher. Für ein Bild, das man an die Wand projezieren will, braucht man eine Filmvorlage. So war es bisher und so funktioniert Kino auch noch heute. Aber es gibt Erfinder, die auch nicht sichtbare Bilder an die Wand projezieren können. Der sogenannt Beamer macht es möglich. Mit einem komplizierten optischen System kann man das Bild vom Computerbildschirm auf eine Leinwand übertragen. Ab der Untergrenze von etwa 700-800 Euro kann man so ein Gerät erwerben. Die Beamer sind recht universell einsetzbar. Sie lassen sich an alle Computer und Labtops anschließen, ebenso an alle DVD Player und mit einigen kleinen Zusatzsteckern, die es im Set beim Discounter gab, konnte ich meinen Beamer dazu überreden, auch das Fernsehbild auf eine Leinwand zu überspielen. Die Fußball-WM auf 1,2 Meter Breite im Wohnzimmer, einen interessanten Naturfilm,eine tolle Reportage,ein Spielfilm oder Krimi, dazu noch den Ton über die Stereoanalge, das ist schon was. Natürlich reicht es nicht an die Qualität von HDTV heran, aber was zu sehen ist, ist brauchbar. Das interessante am Beamer ist die Tatsache, dass man die Bildgröße nicht nur durch ein Zoomobjektiv variabel einstellen kann, sondern das geht auch mit dem optischen System eine optische Entzerrung, so dass bei einem schräg aufgestellten Beamer trotzdem ein genau rechteckiges Bild eingestellt werden kann. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass das Gerät als sehr leise bewertet wird. Durch die hohe Lichtleistung ist eine gute Kühlung nötig. Die dazu eingebauten Lüfter sind ausschlaggebend für den Geräuschpegel. Etwas nachteilig ist, dass man die warme Luft genau auf den Körper geblasen bekommt, wenn man optimal genau hinter dem Beamer Platz genommen hat. Ich habe mir damit beholfen, durch einen Pappaufsteller die warme Luft nach oben abzuleiten. Ein Hinweis ist meiner Meining nach wichtig. Eine Ersatzlampe ist sehr teuer und die Lebensdauer wird mit bestimmt von der eingestellten Lichtleistung. Ich komme zum Beispiel mit ca 50 % Lesitung aus, was die Lebensdauer der Lampe etwa verdoppeln soll. Genau so hat eben diese Lichtleistung Einfluß auf die Lautstärke des Gebläses. Je weniger Stromverbrauch, um so leiser laufen die Ventilatoren. Übrigens, die Betriebsstunden werden von dem Gerät mitgezählt.

Alles in allem eine tolle Erfindung.

7. Unsere Fotostative haben in ihrer Nutzbarkeit stark nachgelassen, vergleicht man das Angebot mit dem von vor 10 Jahren und davor. Nach wie vor haben Stative in der Preisklasse bis 100 Euro Beine aus Aluminium oder Karbon, leicht und Stabil, aber bei den Objektivköpfen hat der Einsparungswahn zum Einsatz von Plaste geführt. Das führt dazu , dass sie für große und schwere Kamera-Objektiv-Kombinationen nicht mehr taugen. Der Kunststoff gibt einfach zu viel nach, so dass man beinahe genau so gut frei Hand fotografieren könnte. Ältere Stative haben einen Kopf aus Aluminium. Die halten auch eine Mittelformatkamera oder eine Kleinbildkamera mit großem Objektiv. Dabei kosteten sie so in DM wie die Stative heute in Euro. Die Stative sehen gut aus, aber das macht es eben leider nicht allein. Wenn sie nur Kameras wackelfrei tragen, für die man eigentlich kein Stativ braucht, dann sind sie weitestgehend unnütz. Dass es bei den kleinen Taschenstativen so ist, damit muß man einfach rechnen, aber wenn die gleiche Wackelei bei den großen Normalstativen auch schon zur Grundausstattung gehört, dann ist das enttäuschen. Es gibt natürlich auch Stative mit tadellosen Köpfen. Ich öchte nicht den Eindruck erwecken, dass es die nicht mehr gibt. Es gibt sie aber nicht mehr in der mittleren Preisklasse zwische 50 und 100 Euro. Solche Stative kosten so viel wie ein Zusatzobjektivs. Ganz brauchbar hingegen sind für bestimmte Zwecke die Einbein-Stative. Besonders bei Veranstaltungen im Konzert oder im Stadion hat man die Kamera mit großem Objektiv recht gut im Griff. Man ist beweglich mit relativ stabiler Optik. Manche Einbeinstative sind auch noch als Wanderstock geeignet.Suchen sie sich also eine Ausführung aus, die einen entsprechenden Griff unter der Befestigungsschraube haben.

8. Fototaschen sind ein anderes Thema. Je nach den eigenen Ansprüchen, dem Bedarf und der zu verpackenden Technik gibt es gute und weniger gute Ausführungen. Für eine einzelne Kamera ohne besonderes Zubehör, zum Beispiel einer Bridgekamera, wie es die Sony DSC F828 ist, gibt es kleine gut gepolsterte Taschen zum günstigen Preis. Man bekommt auch noch Ersatzakku, Ersatzchip und einen Satz Vorsatzlinsen hinein. Mehr braucht man nicht, der Blitz ist ja an der Kamera. Schwieriger wird es schon ,wenn man sich mit mehr Gerätschaft auf den Weg macht. Für viel Technik ist ein Fotorücksack recht gut. Die gibt es in verschiedenen Größen. Man kann viel mitnehmen, die Hände sind frei und eine Kamera hat man vor der Brust. Er hat gut gepolsterte Trageriemen, einen Beckengurt und andere brauchbare Rückenpolster. Für bestimmte Fotozwecke muß man eine Rast machen, um an die Technik im Rucksack heranzukommen. Allerdings wiegt dann mein Rucksack rund 15-20 kg. Bei manchen Taschenherstellern hat man den Eindruck, die Inneneinrichtung passt nur für eine Bestückungsvariante, nämlich die, die für das Prospekt fotografiert wurde. Sonst ist die Einrichtungsvariante viel zu starr und unflexibel . Meine Erfahrung ist, dass Kameras nur in ihrer Grundform passen. Haben sie ein zusätzliches Batterieteil, was nicht unüblich ist, beginnen die Probleme. Weiter wird nicht berücksichtigt, dass das Objektiv einer Kamera selten genau in der Mitte sitzt. Bei Spiegelreflex-Kameras mit Film war es nie ein Problem, Objektiv und Gehäuse getrennt zu transportieren. Bei der digitalen SLR sollte man das tunlichst unterlassen. Jeder Objektivwechsel verkürzt den notwendigen Reinigungsintervall. Noch schlimmer sind die Schulterpolster. Einige sind nur aus gummiähnlichem Kunststoff, durch den der Tragegurt hindurchläuft. Bei der sonst netten Stofftasche "Kalahari" ist das Schulterpolster einerseits so rutschfest, andererseits so weich, dass es sich durch das Gewicht in der Tasche um den Tragegurt rollt und dann von der Schulter rutscht. Nur eine zusätzliche Versteifung und das Festnähen am Stoffgurt bringt ein halbwegs brauchbares Ergebnis. Nur nachträglich ist die Veränderung nicht optimal. Das sollte gleich bei der Produktion gemacht werden. Die Industrie sollte sich einmal ein Muster der Schulterpolster von guten Laptoptaschen ansehen, vor allem von den größeren, die auch 2 Rechner aufnehmen können. Das Gewicht, das das Schulterpolster fest tragen soll, ist mit einer guten Fototasche vergleichbar.

Mein Fazit : Es gibt gute Taschen für Einzelgeräte und auch gute Fotorucksäcke. Eine universelle Tasche findet man allenfalls in der Größe, nicht aber in der Variabilität seiner Inneneinrichtung. Die ist weitestgehend einfallslos und unflexibel gestaltet, besonders wenn man mit verschiedenen Kameras und verschiedenen Bildformaten unterwegs sein will. Es ist nichts dabei, was mich vom Hocker gerissen hat . Alle Details, die positiv in Erscheinung treten, findet man außen herum an den großen Fototaschen- Regenschutz, Seitentaschen und vieles mehr, aber was nützen inovative Ideen außen herum, wenn der Innenarchtiekt nichts bringt und keine Einfälle hat oder gar aus der falschen Branche kommt.

9. Ein besonderes Kuriosum hat nichts mit der Fototechnik zu tun, ich will es trotzdem erwähnen. Es gibt so einige ganz besondere Menschenschläge, die sich berufsbedingt oder durch andere Einflüsse durch ganz bestimme Eigenheiten, Unarten und Auftretensweisen hervortun. Einer dieser Menschenschläge sind für mich die Friseure. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass kein Friseur für seine eigene Arbeit wirbt ? Sie haben zwar toll geschmückte Fenster, Studios und Salons, aber unter den hübschen Models mit Frisuren, die kaum einer trägt und die kaum alltagstauglich sind, steht entweder Wella, Londa, oder etwas anderes. Sie werben also nur für ihren Chemiker, nicht dafür, was sie selbst können und was sie selbst schon einmal gestaltet und geleistet haben. Dabei gibt es nichts unvergängliches als eine gute Frisur und ein Fotograf meist nicht weit. Selbst bei vielen unserer Hochzeitsfotos hat noch nie eine Braut gesagt, sie brauche noch ein schönes Foto für Ihren Friseur. Für ihren Floristen dagegen haben wir schon Fotos vom Brautstrauß gemacht. Ich konnte sie bisher auch nicht zum Umdenken überreden. Es wäre genau so ,als würde ich nur die Werbemittel meines Kamera- oder Fotopapierherstellers zeigen und nicht meine eigenen Arbeiten im Schaufenster hätte. Eigentlich schade.


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